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Der Rote Kardinal lat .: Cardinalis cardinalis engl.: Cardinal |
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Bevor ich von meinen Roten Kardinälen berichte möchte ich auf zwei Artikel zurückkommen:
Mut zur Zucht von Kardinälen kann man beim Lesen der Berichte nicht bekommen. Trotzdem entschloß ich mich, nachdem ich mehrmals die Ausführungen der Herren Naggatz und Kirschke gelesen hatte, mich an die Zucht der Roten Kardinäle heranzuwagen. Ich habe es bisher nicht bereut. Wie ich zu diesen schönen Vögeln gekommen bin ist schnell aufgezeichnet. Ein Männchen bekam ich von einem Zuchtfreund aus unseren hiesigen Verein. Um allen Ärger aus dem Weg zu gehen, hat er mir den Kardinal aus Platzmangel verkauft. Der laute Lockruf und der schmetternde Gesang gefiel auch den Nachbarn nicht so gut. Vor allen Dingen in den frühen Morgen- und späten Abendstunden. Wo aber konnte ich ein Weibchen bekommen? Ich durchforstete mehrere Fachzeitungen. Eine Anzeige in den AZN war die Richtige. Leider kam ich zu spät. Er hatte schon alles abgegeben. Freundlicherweise gab er mir eine Adresse an die ich mich wenden sollte. Ich rief an und hatte Glück. Mit einem Zf. machte ich mich auf den Weg. Da wir den Züchter nicht kannten, waren wir natürlich sehr gespannt. Dort angekommen wurden uns erst einmal die Kardinäle in rot, grün und grau präsentiert. Am liebsten hätte ich alle mitgenommen, denn sie machten alle einen gesunden und vitalen Eindruck. Leider konnte ich nur ein Paar und ein Weibchen für meinen Strohwitwer bekommen. Da das Paar schon in einer Voliere zusammen war, bat mich der Züchter, die Tiere so zusammen zu lassen. Nach einigen guten und ehrlichen Ratschlägen machten wir uns wieder auf den Heimweg. Zu Hause angekommen, verglichen wir beide Hähne. Ich trennte trotzdem das Paar und setzte das Weibchen zu meinen Hahn, der ein intensiveres Rot zeigte, obwohl der erworbene Hahn auch sehr schön in der Farbe war. Erstaunt waren wir, dass das Weibchen schon nach wenigen Minuten die Balz vom Hahn erwiderte. Sie setzte sich, zog die Schwanzfedern hoch und legte den Kopf in den Nacken. Mehrere Male beflog er das Weibchen. Von einer Eingewöhnungsphase keine Spur. Vom Züchter hatte ich eine Futterprobe für einige Tage mitbekommen. Heute werden die Vögel mit Kardinal-Spezial von Blattner ernährt. Verfeinert wird die Mischung noch mit Rosinen bzw. Sultaninen und Hüttenkäse sowie Obst . Mehlwürmer werden nicht oft verfüttert, wenn doch , dann nur mit einigen Tropfen Sanostol. Keimfutter für Waldvögel bekommen sie täglich frisch. Zur Vorbeugung gegen Kokzidiose streue ich etwas Spiroline-Algen und etwas Darm-Flora Plus von Dr. Wolz über das Futter. Als Nisthilfe habe ich ein Kaisernest angebracht und Scharpie und Kokosfasern angeboten. Man kennt ja das Sprichwort - Gesucht und gefunden-. Pünktlich wurden 3 Eier gelegt, die alle befruchtet waren. Von beiden Vögeln wurden die jungen Kardinäle gefüttert. Leider war das Nest nicht ordentlich gebaut, so das nach einer sehr kalten Nacht die Jungvögel kurz vor dem Beringen erfroren sind. Die zweite Brut erfolgte pünktlich. 3 Eier und wiederum alle befruchtet. Inzwischen sind die jungen Kardinäle ausgeflogen und 30 Tage jung. Eltern und Jungvögel sind in einer guten Verfassung. Das dritte Gelege liegt und ich hoffe, dass das Wetter warm bleibt, da der Nestbau immer noch zu wünschen übrig lässt. Von einer jungen Mutter kann man eben nicht mehr verlangen! Ich möchte noch erwähnen, dass ich überhaupt nichts von Supramin, Protavit, Protamin, Bio-Mineral, Bio-Mauser, Mauser Optimal, Lomasept P, Dozysten, Schwarzkümmeloel und sonstigen Antibiotika halte. Ich versuche den Boden der Voliere so gut es geht sauber zu halten. Mehr kann man nicht machen. Widerstandsfähige Vögel sind mir lieber, als Vögel die mit Antibiotika vollgepumpt sind. Das zweite Paar versteht sich jetzt auch gut. Das Weibchen lässt sich füttern und ich hoffe, das noch eine Brut großgezogen wird. Beide Paare sind so untergebracht, dass sie keinen Blickkontakt untereinander haben. Zum Schluß meiner Ausführungen möchte ich noch erwähnen, dass die Vögel in kleinen Außenvolieren untergebracht sind. Nach der Zucht dürfen sie in größere Außenvolieren umziehen. Nach der Zuchtperiode werde ich mit meinem Zuchtfreund wieder das schöne Hessische- Bergland besuchen, denn dann kann ich mir meine versprochenen Grauen- und Grünen Kardinäle abholen. Ich freue mich jetzt schon auf den Besuch bei einem ehrlichen Züchter. Erwähnen möchte ich noch, dass ich noch Stare züchte. Leider musste ich bei meinen Bali- Staren in diesem Jahr auch Misserfolge hinnehmen. ![]() Ein Zuchtbericht von meinen Bali-Staren erfolgt später.
Fotos Helmut Lange |
© H.Lange / G. Berger 12.2002 |