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| Der Kernbeisser lat .: ( Coccothraustes c.) engl.: Hawfinch |
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Beobachtungen und Ausführungen meiner Kirschkernbeißerzucht.
Der Kernbeißer ist für mich einer der schönsten Vögel aus unserer heimischen Vogelwelt. Auf einer Vogelausstellung im Großraum Hannover 1999 gefiel mir ein Hahn so gut, dass ich mich entschloss, es mit der Zucht zu versuchen. Ab sofort wurde sämtliche Lektüre über Kernbeißer, die mir zur Verfügung stand, studiert. Im Vorfeld nahm ich jede Möglichkeit wahr, mich zu informieren. Was ich für persönlich für sehr wichtig halte. Nun musste ich aber feststellen, vom Entschluss bis zur Umsetzung, ist es ein sehr weiter Weg. . Nach langem Suchen habe ich endlich eine Henne bekommen. Im November 2000 hatte ich das große Glück von einem Züchter einen Hahn zu erhalten. Im Dezember 2000 bezogen beide Vögel eine Freivoliere, in der schon unsere heimischen Dompfaffen angesiedelt waren. Die Kernbeißer beobachteten sich die ersten Tage, hielten sich aber auf Distanz. Es gab keine Rangeleien, auch nicht mit den Dompfaffen. Mitte Januar flog der Hahn immer öfter mit kleinen Ästen auf das Weibchen zu. Die Henne nahm aber keine Notiz von diesem Gehabe. Im Gegenteil, sie entfernte sich vom Hahn. Auch im Februar das selbe Spiel, allerdings mit dem Unterschied, die Henne entfernte sich nicht mehr vom Hahn. Aus diesem Grund setzte ich das Pärchen Kernbeißer vorsichtshalber in eine andere, leere Voliere um. Im März 2001 hatte ich schon den Eindruck, dass die beiden Kernbeißer harmonierten. Am 29. März sah ich zum ersten Mal den Hahn bei der Balz. Der Hochzeitstanz vom Hahn war schon imponierend. Von diesem Tage an war ich der Meinung, dass beide Vögel zusammen harmonierten. Am 5. Mai 2001 sah ich zum ersten Male beide Kernbeißer beim Nestbau. Gebaut wurde in ca. 2 Meter Höhe in einem Volierennest (Harzernest), doch überwiegend vom Weibchen. Der Hahn sammelte weiterhin Nistmaterial und brachte es zum Nest. Das 1. Ei wurde am 9. Mai gelegt. Das Gelege bestand aus 4 Eiern. Ab dem 3. Ei brütete das Weibchen. Der Hahn fütterte die Henne sehr gut auf dem Gelege. Die Henne verließ nur kurzfristig das Nest um sich zu entleeren. Das erste Junge schlüpfte am 21. Mai 2001. Am 23. Mai waren es drei Jungvögel. Das 4. Ei war leider unbefruchtet. Die Brutzeit dauerte bei meinen Kernbeißern 12 Tage. Am 27. Mai 2001, also am 6. Tag wurden die Jungen mit 3,5 mm Ringen beringt. Ausgeflogen sind die jungen Kernbeißer am 4. Juni 2001, morgens zwischen 7.30 und 8.30 Uhr, also nach 14 Tagen. Die Jungen hielten sich die ersten Tage überwiegend im unteren Bereich der Voliere, oder am Boden auf. Die Flugfähigkeiten waren zunächst nach dem Ausfliegen nicht besonders gut. Die Alttiere fütterten die Jungen sehr gut. Bis zur Selbständigkeit der jungen Kernbeißer dauerte es verhältnismäßig lange. Die Jungvögel wurden bis in den Herbst hinein von den Eltern immer wieder gefüttert. Sie nahmen natürlich auch selber Futter auf. Ende Oktober/Anfang November 2001 nach der Jungmauser stellte sich heraus, dass die Jungvögel höchstwahrscheinlich alles Hähne sind, was sich später bestätigte. Am 15. Juni 2001 lag das 1. Ei der zweiten Brut im gleichen, ausgebesserten Nest. Das 4. Ei wurde am 18. Juni gelegt. Ab dem 3. Ei brütete die Henne wieder. Nach dem 9. Tag hörte das Weibchen plötzlich auf zu brüten. Den Grund konnte ich mit nicht erklärlen, denn alle Eier waren befruchtet. Zur Ausstattung der Voliere: Die Voliere ist bepflanzt mit schwarzen Holunder und sehr gut mit Kiefernzweigen an den Seitenwänden behangen. Da meine Volieren mit doppeltem Maschendraht versehen sind, habe ich keine Probleme mit den Kiefernzweigen an den Seitenwänden. Die Voliere ist an zwei Seitenwänden geschlossen und sie ist zur Hälfte überdacht. Der Bodenbelag besteht aus Rindenmulch und ein Sand- Erdgemisch. Es wurden verschiedene Nistmöglichkeiten angeboten. Zur Fütterung: Winter- und Sommermischung für Kernbeißer von der Firma Blattner. Meiner Meinung nach ein hochwertiges Futter. Was auch daran zu sehen ist, dass von den täglichen Futtergaben kaum etwas übrig bleibt. Keimfutter wird ausreichend zur Verfügung gestellt. Quellfutter von den Körnermischungen werden gereicht und sehr gerne genommen. Natürlich sind die getrockneten Beeren vorher entfernt worden. Vom Frühjahr bis zum Herbst Grünfutter und Beeren in rauen Mengen. Was natürlich einen hohen Zeitaufwand mit sich bringt. Zum Beispiel Weißdornbeeren haben meine Kernbeißer im Herbst sehr gerne genommen. Vogelmiere, die ich in Blumenkästen nachziehe, ist ganz besonders zu empfehlen. Die Blumenkästen werden rechtzeitig ausgewechselt, so das die Vogelmiere gut nachwachsen kann. Auch Obst (Äpfel, Birnen) und Gurken standen immer zur Verfügung. Von einem Vogelfreund bekam ich rechtzeitig Grillen für die Kernbeißer, was mir bei der Aufzucht sehr geholfen hat. Die Grillen wurden in einem Einmachglas gereicht. Die Alttiere haben die Grillen aus dem Glas geholt und an die Jungtiere verfüttert. Es wurden auch Mehlwürmer verfüttert, allerdings in begrenztem Rahmen. Hier muss nach meiner Meinung aufgepasst werden. Sehr gerne wurden Zophobas genommen. Beim Lebendfutter sollte das Motto lauten "weniger ist besser als zuviel". Das Lebendfutter ist zusätzlich noch mit Korvimin bestreut worden. Mineralien stehen immer zur Verfügung. Man sieht also, es bedarf doch eine große Auswahl an verschiedenen Futterarten um eine erfolgreiche Aufzucht der Kernbeißer zu gewährleisten. Auch im Herbst und Winter nach Möglichkeit vielseitig füttern. Beeren z.B. (Eberesche/Vogelbeere) im Herbst sammeln und trocknen. Bei mir stehen getrocknete Beeren den ganzen Winter zur Verfügung. Anschließend bleibt mir zu sagen, den Besuch bei Vogelausstellungen 1999 habe ich bis heute nicht bereut. Meine heutige Liebe zu den Kernbeißern wurde dort geboren und ich hoffe und wünsche mir diesen Vogel auch weiterhin zu halten und nachzüchten zu können. Wenn ich mit meinen Ausführungen dem Einen oder Anderen geholfen habe, wäre es sehr schön. Für Fragen stehe ich gern zur Verfügung, weil auch ich mit Sicherheit dazu lernen kann. Hans-Wolf Dahncke AZ: 24072 / VDW 6081 |
© H.Lange / G. Berger 12.2002 |