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1000jährige Rosenstock |
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Imitationskünstler in grün-purpurnschimmerndem Gefieder. ( Text und Fotos von Helmut Lange, Hildesheim. )
Der Star ( Sturnus vulgaris ) ist im zeitigen Frühjahr weder zu übersehen noch zu überhören. Mit der Singdrossel und der Feldlerche ist er von alters her einer der ersten Vorboten des nahenden Frühlings. Im unmittelbaren Umfeld des Menschen bezieht das Männchen eine Höhle im Baum oder einen aufgehängten Nistkasten um seine Partnerin vom Brutplatz zu überzeugen.
In Dörfern und Städten sitzen die balzfreudigen Männer auf Dächern und Bäumen wo sie geeignete Brut stätten vorfinden. In der Nähe eines geeigneten Brutplatzes spreizt das Männchen jetzt sein leuchtend dunkelgrünes Gefieder, flattert mit den Flügeln, zuckt und ruckt mit dem ganzen Körper und versucht mit einer Stimmenvielfalt zwitschernd, schnalzend, schmatzend, trillernd und pfeifend seine Starenfrau zu bezirzen. Selbst Stimmen anderer Vogelarten, oder Pfiffe von Menschen kann unser Imitationskünstler täuschend ähnlich nachahmen. Unser Künstler ist ca . 22 cm groß . Bei oberflächlicher Betrachtung scheinen beide Geschlechter gleich gefärbt zu sein. Das Männchen behält das ganze Jahr über sein grün-purpurnschimmerndes Gefieder, und nur im Winter stellen sich weiße Tüpfelungen ein, während beim Weibchen diese Tüpfelung viel ausgeprägter ist. Auch während der Brutzeit sind beide Geschlechter gut zu unterscheiden. Beim Weibchen kann man von einer perlartigen Tüpfelung sprechen. Beide haben einen langen, spitzen zitronengelben Schnabel, der sich im Winter dunkel färbt. Die Augenfarbe ist braun. Stare sind ausgesprochen kräftige Vögel mit einem kurzen Hals, langen spitzen Flügeln und starken Beinen. Sie sind daher ausgezeichnete Hüpfer, Läufer und Flieger. Seine Schwanzfedern sind kurz. Der äußerst gesellige Vogel fällt besonders bei der Nahrungssuche durch sein Kopfnicken und rasches Dahinschreiten auf. Die Jungstare sind leicht von den Elterntieren zu unterscheiden. Sie sind durchgehend braun gefärbt und haben eine weißliche Kehle. Der Star kommt in fast ganz Europa und in weiten Teilen Zentralasiens vor, wo er durch den Menschen eingeführt wurde. Er besiedelt am liebsten tiefere und geschützte Lagen. Über 1500 Meter ist er selten anzutreffen. Er wird in Teilen Nordafrikas, Spanien, Portugal, Sizilien, Korsika und Sardinien sowie in einem begrenzten Bereich in Südfrankreich vom Einfarbstar abgelöst. ( Sturnus unicolor ) In Inner- und Kleinasien, sowie gelegentlich auf dem Balkan, Ungarn, Tschechien kommt als dritte bedeutende europäische Art der Rosenstar ( Sturnus roseus ) vor. Ich bin schon seit längerer Zeit auf der Suche nach dieser schönen Vogelart. Erwähnen möchte ich noch, dass ich in der AZ - AEZ - Interessengemeinschaft - Stare bin. Meine Volieren sind besetzt mit:
Der Star besiedelt sowohl Bereiche fernab menschlicher Siedlungen, scheut jedoch keinesfalls die Nähe des Menschen. So kommt er in Laub- und Mischwäldern, Parkanlagen, Gärten, Obstplantagen, aber auch mitten in Dörfern und Städten vor. Voraussetzung für unseren Imitationskünstler und Höhlenbrüter sind allerdings immer natürliche oder künstliche Nisthilfen. Bemerkenswert ist sein Drang nach Geselligkeit. Man wird unseren Freund bei der Nahrungssuche, zu den Zugzeiten in die Überwinterungsgebiete, nie allein antreffen. Seine Nahrung liest er meistens trippelnd und nickend vom Boden auf. Sie besteht aus allerlei Insekten, Spinnen, Würmern und Schnecken. Aber auch vege tarische Kost wird bei der Jungenaufzucht keinesfalls verschmäht. Zu seinen Leckerbissen zählen mancherlei Beeren, Kirschen und im Herbst auch Wein- trauben. Zum Leidwesen der Winzer und Kleingärtner. Da der Star als einer unserer ersten Singvögel im zeitigen Frühjahr bei uns eintrifft, beginnt er schon im April mit der ersten Brut. Bei mir hat heute schon - wir schreiben den 14. März 2003 - ein Paar die Nisthöhle bezogen. Das Weibchen aus 2002 hat 3 Eier gelegt und sitzt fest, obwohl nachts noch Minustemperaturen auftreten. An dieser Stelle möchte ich mich beim Zucht- freund Karl Sedlmayer bedanken, dass er mir zwei Zuchtpaare überlassen hat. Die Vögel habe ich in einer hervorragenden Verfassung bekommen. Auf der 55. DKB-Meisterschaft in Mannheim wurde er Champion in der Fachgruppe Mischlinge, Cardueliden und Europäer. In der Kollektion Europäer bekamen seine Stare 370 Pkt. und ein Einzelvogel 93 Pkt. Mit seinem einzigartigen Balzspiel vor der Bruthöhle beginnt die Hochzeit. Das Männchen lockt das Weibchen an und beginnt mit dem Sammeln von Nistmaterial. Der Nestbau beginnt. Schöne und weich ausgepolsterte Nester ken- nen die Stare nicht. Selbst grobe und schmutzige Zweige werden verbaut. Das Gelege besteht durchschnittlich aus vier bis sechs Eiern die von beiden Eltern bebrütet werden. Nach 14 Tagen schlüpfen die Jungen. Die Jungvögel, die 20 Tage im Nest bleiben, werden von beiden Elternteilen gefüttert. Die flüggen Jungstare sind nach einer Woche selbständig und bilden in Begleitung von Altvögeln kleine bis größere Schwärme. Die Zahl der Zweitgelege nimmt in jüngster Zeit zu. Auch Jungstare besuchen nach dem Ausfliegen noch ab und zu ihre alte Nisthöhle. Erwähnen möchte ich noch, dass ich Trinkwasser in der Ampel und eine Tonschale mit 45 cm in meine Voliere auf einen Baumstumpf zum Baden stelle. Selbst bei starkem Frost, wir hatten dieses Jahr bis zu 15° - haben alle meine Vögel, ob Star, Zeisig oder Kardinal immer intensiv ein Vollbad genommen. Hier kann man einen gesunden Vogel daran erkennen. Der Star ist einer unserer häufigsten Brutvögel. Die zunehmende Klimaverän derung mit relativ milden Wintern, die Ausdehnung besiedelter Gebiete sowie erweiterte Nahrungsangebote in Form von Obst- und Weinanbaugebieten und angelegten Futterstellen haben zu starken Vermehrungen geführt. Durch Massenverfolgungen und in der intensiv betriebenen Landwirtschaft in Westeurope und dem Mittelmeerraum wurden die starken Vermehrungen deutlich nach unten korregiert. Schutzmaßnahmen sind daher für unseren grün-purpurnschimmernden Imitationskünstler nicht notwendig! 15. März 2003 |
© H.Lange / G. Berger 12.2002 |