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Der Balistar (Leucopsar rothschildi)
Heimat des Balistars ist die Trauminsel Bali. Sie gehört zu Indonesien. Die Insel Bali ist ca. 5.810 km2 groß. Auf Bali ist das Klima immer tropisch-feucht, mit reichlichen Niederschlägen.
Die Körperlänge des Männchens liegt bei 21 bis 23 cm. Das Weibchen ist etwas kleiner. Das Gewicht liegt bei ca. 100 bis 130 g. Die Männchen sind in der Regel etwas schwerer. Die Farbe des Balistars ist überwiegend weiß.
Die Handschwingen und Schwanzspitzen sind schwarz. Die nackte, leuchtend blaue Haut um die Augen macht den Star zu einer Augenweide. Die Augenfarbe ist grau. Man sagt immer, dass die Schopffedern beim Männchen länger sind, aber Ausnahmen
bestätigen die Regel. Die Jungvögel sind im Gefieder grau.
Der Balistar liebt das offene Waldland und Buschwerk. (Baumsavanne) In der
freien Natur sucht der Balistar seine Nahrung meistens auf Bäumen. Seine
Nahrung besteht aus Insekten, Früchten und kleine Wirbeltiere, je nach Jahreszeit.
Paarweise kann man die Stare bei der Futtersuche beobachten. Der Balistar gilt
Seit 1957 als geschützt. Diese Starenart wurde 1966 in der Roten Liste
aufgeführt. Im Jahre 1970 wurde er in den Anhang I der Liste zum Internationalen Handel mit bedrohten Tieren und Pflanzen ( CITIS) aufgenommen. Damit ist sein Handel strikt untersagt. Ab 1991 sind alle in Besitz befindlichen Balistare
zu melden. Der Handel mit nachgezüchteten Tieren ist verboten. Nach den
neuesten Kategorien ist der Balistar in der höchsten Stufe als " kritisch "
eingestuft. Von diesen schönen, sehr auffallend gefärbten Star habe 2 Paare in meinen Volieren. An dieser Stelle möchte ich dem Präsidenten der AZ
Herrn Theo Pagel danken, dass er mich bei der Beschaffung dieses herrlichen Stare unterstützt hat. Die Verwaltung des Balistar-Zuchtbuches liegt in seinen Händen.
( EEP - Balistar) Europäisches - Erhaltungs- und - Zuchtprogramm.
Während der Brutzeit sind die Balistare territorial. Insbesondere während der
Balz- und Brutzeit kann man das sogenannte Fremdputzen häufig beobachten.
Hierbei putzen sich die Partner insbesondere die Gefiederpartien an der Kehle und im Nacken sowie die nackte blaue Augenpartie.
Balistare sind Höhlenbrüter. Sie brüten in Baumhöhlen. Dabei handelt es sich nicht um selbstgezimmerte Nisthöhlen. In der freien Natur benutzen sie die
verlassenen Nester von Spechten sowie andere natürliche Baumhöhlen oder Spalten. Brutplätze sollte man so hoch wie es nur möglich ist anbringen. Als
Nistmaterial schleppen die Balistare kleine Ästchen sowie Pflanzenteile, z.B.
Blätter und Halme, ein.
Die Brutzeit liegt in der Regel etwa von Februar bis Mai. Hier sind jedoch
wetterbedingte Verschiebungen möglich. Während der Balz tragen die Balistare ihr typisches Balzgehabe vor. Die Paare sitzen einander mehr oder weniger gegenüber und strecken ihren Körper auf und ab. Dabei wird gesungen, die Federhaube gesträubt und der Kopf mit in den Himmel gestrecktem Schnabel in den Nacken geworfen. Dieses Ritual sowie der Gesang werden von beiden Geschlechtern vorgetragen, das Männchen ist aber meist aktiver.
Es werden ein bis vier Eier gelegt. Diese sind hellblau mit bräunlicher
Sprenkelung und erinnern an die Eier unserer einheimischen Amsel. Aus freier Natur ist keine genaue Brutdauer bekannt, doch weiß man von Nachzuchten, dass diese etwa 12 bis 14 Tage dauert. Es brüten beide Vögel, doch verbringt das Weibchen wesentlich mehr Zeit auf dem Nest. Ebenfalls weiß man aus Nachzuchten, dass die Balistare etwa mit 21 bis 28 Tagen das Nest verlassen. Nach dem Ausfliegen bleiben die Jungen noch mehrere Wochen bei den Eltern und werden insbesondere in den ersten Tagen noch von diesen versorgt.
Bei guten Witterungsbedingungen können die Balistare bis zu sechs Bruten pro Jahr aufziehen. Leider habe ich so ein Glück noch nicht gehabt.
Wie schon erwähnt sind die Eier des Balistars bläulich gefärbt. Trotzdem kann man ab dem fünften Tag feststellen, ob die Eier befruchtet sind. Keim und
Blutgefäße sind gut zu erkennen. Ich habe festgestellt, dass die Balistare immer
wieder frische Blätter in die Nisthöhle einbringen. Dies wird vermutlich zur
Regulierung der Feuchtigkeit praktiziert. Die Jungen sind nach dem Schlupf zuerst fast nackt. Sie haben nur wenige kleine Flaumfedern an Kopf und Rücken. Die Augen sind geschlossen. Sie haben riesig anmutende, gelblich-weiße
Schnabelwülste, die den Eltern das Füttern in der dunklen Nisthöhle erleichtern. Beim Betteln zetern die Jungen mit weit aufgerissenem Schnabel.
Je nach Nahrungsangebot und Qualität füttern die Eltern in der ersten Zeit
alle 10 -20 Minuten.
Die Entwicklung der Jungvögel geht relativ rasch vor sich. Innerhalb der ersten
Lebenswoche verdoppeln die jungen Balistare ihr Gewicht mitunter täglich. Die
Entwicklung verläuft wie folgt: Sichtbares Federwachstum ab dem 4. Tag.
Aufplatzen der Federkiele mit dem 8. Tag. Vollständiges öffnen der Augen ab dem10. Tag. Während dieser Zeit tragen die Eltern den Kot der Jungen noch aus dem Nest.
Erwähnen möchte ich noch, dass die jungen Balistare zwischen dem sechsten
und achten Tag mit 5,5 mm Ringen gekennzeichnet werden.
Zur Jungenaufzucht muss auf jeden Fall Lebendfutter gereicht werden. Man
kann Mehlwürmer, Pinkis, Zophobalarven, Heimchen, Grillen, Heuschrecken
oder verschiedene Schaben füttern. Wichtig scheint, dass man nicht zu viel
und möglichst abwechslungsreich füttert. Ebenfalls muß Wasser natürlich jederzeit in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Da Balistare überaus gerne und häufig baden, ist eine große, ständig frisch aufgefüllte Wasserschale besonders wichtig.
Abschließend noch das Kurzportrait des Balistars. |
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© H.Lange / G. Berger 03.2003 |